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5. Tagesbericht Mi, 19.09.2007

5. Tagesetappe: Speyer - Mainz

Tageskilometer: 100 km
Gesamtkilometer: 443 km
Herzschläge: Martin 42125 / Rupprecht: 54420
Gesamt - Herzschläge: 400171
Zusammenfassung:
Ein weiterer schwerer Tag — aber bei dem Pensum, das die beiden Helden inzwischen in den Beinen haben, ist jeder Tag ein schwerer Tag. Das wird sich bis zum Finale in Oberhausen wohl nicht mehr ändern.

Von Speyer aus ging es bei leicht bewölktem Himmel in Richtung Mainz. Aufgrund der oft unzureichenden Ausschilderung des Rhein-Radweges mussten die Läufer so manchen zusätzlichen Kilometer bewältigen.

Ab Worms verlief der Weg dann direkt am Rhein entlang und so konnte Mainz ohne weitere Umwege erreicht werden. In Mainz wurden wir sehr herzlich von einem der drei Mainzer Lions-Clubs am Parkhotel "Favorite" empfangen. Die Benutzung der Wellnesseinrichtungen dieses schönen Hotels war für uns kostenlos. Unter den Augen der örtlichen Presse (AZ) und der Photographen erfolgte durch Uli die Wimpelübergabe der Babenhausener Lions an den Mainzer Lions-Club.
Simones Tagebuch
Start vor dem Dom...
Heute ging es für Martin schon ein bisschen früher los, da er natürlich von dort starten musste, wo die gestrige Etappe vor dem Dom geendet hatte. Uli lief die 1,5 km mit der Kamera bewaffnet vor ihm her und machte ein paar eindrucksvolle Bilder von Läufer und Dom. Als er völlig erschöpft von dieser morgendlichen Strapaze zu uns zurück kam, frühstückten wir kurz und begaben uns auf den Weg zu ersten Staffelübergabe. Die zweieinhalb Stunden zwischen den Wechseln gehen für das Team immer rasend schnell vorbei und alle müssen sich mit dem Aufräumen, dem Abwasch und dem Einpacken beeilen, um den Wechselpunkt ohne Verspätung zu erreichen.
...auf der Etappe...
Martin wollten wir eigentlich in einem Vorort von Ludwigshafen treffen. Nachdem wir einen guten Parkplatz für die Dethleffs Wohnmobile am Radweg gefunden hatten, telefonierten wir mit Claudia und Martin und stellten fest, dass die Beiden sich verloren hatten. Rupprecht fühlte sich ziemlich gut und wollte pünktlich starten.

Wir verabredeten mit Claudia, dass sie den direkten, 15-minütigen Weg zu uns nehmen sollte. Mir war etwas mulmig zumute, als Ruppi schon mal ohne Radbegleitung startete. Wenn alles wie geplant verlaufen wäre, hätte ich ihn auch spätestens nach 45 Minuten eingeholt. Der Konjunktiv bedeutet: Es kam alles anders!

Martin verlief sich und Claudia musste ihn zunächst wieder einfangen. Dies hatte zur Folge, dass ich erst mit über einer Stunde Verspätung auf die Verfolgungsjagd gehen konnte. Mit dem Wissen, dass mein Süßer ohne Karte, Trinken und Essen, dafür aber mit Knieschmerzen unterwegs war, habe ich in die Pedale getreten was die Beinchen hergaben. Vor lauter Sorge um ihn habe ich mir nicht einmal die Zeit genommen die Thermoüberhose auszuziehen und bin richtig ins Schwitzen gekommen. Erst nach zweieinhalb Stunden habe ich ihn durch Glück erwischt — er kam gerade von einem kleinen Ausflug über einen Schotterweg zurück auf die reguläre Strecke. Den restlichen Weg bis zum nächsten Treffpunkt am Tierpark konnte ich ihn dann mit Leckereien versorgen.
...nach getaner Arbeit.
Martin startete von dort mit Lena als Begleiterin Richtung Guntersblum. Nach dem aufregenden Morgen verlief der restliche Tag wieder in ruhigerem Fahrwasser und der zweite Wechsel klappte reibungslos — Mainz war nur noch ein paar Laufstunden entfernt.

Die Wege am Rhein entlang, mit den vielen Weingütern und wunderschönen idyllischen Dörfern, ist traumhaft schön. Animiert durch die Sonne haben wir beschlossen hier unbedingt einmal einen reinen Radwander-Urlaub zu machen — für die Läufer ist die Außenwahrnehmung nach ein paar Stunden nicht mehr ganz so ausgeprägt wie bei uns Radlern.

Um das schmerzende Knie zu entlasten, veränderte Ruppi seinen Laufstil, worüber sich seine Achillessehne am anderen Fuß beschwerte. Immerhin war der Schmerz nun symmetrisch im Bewegungsablauf und er brachte die letzten steil bergauf führenden Meter zum Hotel in "Beißermanier" hinter sich. Im Kopf hatte er dabei den Ausruf seiner Triathlonkollegen vom TV Senden-Ay, den sie vor jedem Berg im Radtrainingslager sich zurufen: "Hart macht hart!"

Dort wurden wir sehr herzlich vom örtlichen Lions-Club empfangen und bekamen einen traumhaften Standplatz für unsere Wohnmobile mit Blick auf den Rhein, direkt vor dem "5 Sterne" Parkhotel "Favorite", zugewiesen. Der Wellnessbereich war luxuriös und ich habe es mir im Cäsarbad gut gehen lassen.
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